
TROBAIRITZ TODAY
Troubairitz TODAY untersucht die weibliche Perspektive in der Musik im Mittelalter und in der Gegenwart. Die Bedingungen des Musizierens für Frauen werden in den Blick genommen. MIXTURA erforscht damit, ob es weibliche Musik gibt und ob sie - über eine textliche Ebene hinaus - eigene künstlerische Standpunkte formuliert. Komponistinnen und Frauenpersönlichkeiten aus unterschiedlichen Kontexten werden in diesen Bezugsrahmen gebracht.
Die Trobairitz Beatritz del Dia bildet als historische Figur die Mitte des Bezugsrahmens. Die mittelalterliche Gesellschaft besaß weit mehr gebildete Frauen, als dies heute allgemein bekannt ist. Die „Trobairitz“ spielten dabei eine aktive Rolle im kulturellen und literarischen Leben im südlichen Frankreich, wo das Okzitanische die Sprache der Poeten war, und deren Wirken bis Italien und Deutschland im Norden und Katalonien, Valencia und den Balearen im Süden reichte. Von der Comtessa Beatritz de Dia (spätes 12. Jh.) gibt es eine zum Text überlieferte Melodie, das berühmte: “A chantar“. Die Texte der Trobairitz repräsentieren nur etwa 5 % der überlieferten Trobadordichtung. Diese Werke stellen eine Besonderheit der mittelalterlichen Lyrik dar, da sie von Frauen aus dem weiblichen Blickwinkel verfasst wurden.
Die Komponistin Dorothee Schabert hat mir ihrer Komposition Sequenza diese Themen aufgenommen und neu verabreitet.
Im MIXTURA-Format Musik und Gespräch haben wir zusammen mit Lydia Jeschke vom SWR über Frauen in der Musik Damals und Heute gesprochen und neue Zusammenhänge gefunden.
Musik und Gespräch



